
Ein Drehtag dauert bei uns in der Regel zehn Stunden, davon sind vier bis fünf echte Drehzeit. Der Rest ist Aufbau, Umbau und Abbau. Wer das vorher weiss, plant besser und wundert sich am Set über nichts.
Die meisten unserer Kundinnen und Kunden stehen zum ersten Mal an einem Set. Sie wissen nicht, wann sie gebraucht werden, ob sie den ganzen Tag dabeibleiben müssen und warum acht Leute nötig sind, um einen Menschen auf einem Stuhl zu filmen. Deshalb hier ein ganz normaler Drehtag, von der Anfahrt bis zum letzten Koffer.
Wir sind vor euch da. Zwei Stunden vor der ersten Klappe steht der Transporter vor der Tür, und die Crew trägt Technik. Licht ist der Posten, der am längsten braucht, nicht die Kamera. Ein Interviewaufbau mit Hauptlicht, Aufheller und Trennlicht kostet gut eine Stunde, wenn er gut sein soll.
Was uns dabei hilft: ein Raum, der frei ist. Kein laufendes Meeting nebenan, keine Möbel, die erst noch weggetragen werden müssen, und eine Steckdose, die nicht mit dem halben Büro auf derselben Sicherung hängt.
Bevor jemand spricht, machen wir einen Testlauf. Bild sitzt, Ton sitzt, die Person sitzt bequem. Die ersten zwei Minuten sind meistens unbrauchbar, und das ist eingeplant. Niemand ist beim ersten Satz vor einer Kamera entspannt.
Wir arbeiten selten mit Teleprompter. Ein auswendig gelernter Satz klingt wie ein auswendig gelernter Satz. Stattdessen stellen wir Fragen und schneiden die Antworten später so, dass die Frage nicht mehr zu hören ist. Das dauert im Dreh länger und im Schnitt kürzer, und es klingt nach einem Menschen.
Jeder Ortswechsel kostet Zeit. Licht wieder abbauen, tragen, neu setzen, neu messen. Ein Wechsel innerhalb eines Gebäudes: 45 Minuten. Ein Wechsel zu einem anderen Standort: mindestens zwei Stunden inklusive Fahrt. Deshalb sortieren wir den Drehplan nach Orten, nicht nach Wichtigkeit.
Eine halbe Stunde, und die ist nicht verhandelbar. Eine Crew, die durcharbeitet, macht in Stunde acht Fehler, die in der Postproduktion drei Tage kosten. Wenn ihr uns verpflegt, freuen wir uns. Wenn nicht, organisieren wir das selbst und stellen es in Rechnung.
Der Teil, der im Film am meisten hermacht und im Zeitplan am häufigsten hinten runterfällt. B-Roll sind die Bilder, die über den Ton gelegt werden: Hände an der Maschine, ein Blick über die Schulter auf den Bildschirm, jemand geht durch den Flur. Ohne diese Bilder besteht der Film aus sprechenden Köpfen.
Für B-Roll brauchen wir keine grosse Vorbereitung, aber Zugang. Sagt uns vorher, welche Bereiche wir betreten dürfen und wo aus Sicherheits- oder Geheimhaltungsgründen die Kamera aus bleibt.
Bevor abgebaut wird, gehen wir die Liste durch. Fehlt eine Einstellung, ist jetzt der Moment. Am nächsten Tag zurückzukommen kostet einen halben Drehtag, in den letzten dreissig Minuten nachzudrehen kostet dreissig Minuten.
Eine Stunde. Kabel, Stative, Akkus, und der Raum sieht wieder so aus wie morgens. Die Daten werden noch am Set doppelt gesichert, auf zwei getrennte Festplatten. Erst danach wird eine Karte formatiert.
Eine Ansprechperson benennen. Jemanden, der Türen öffnet, weiss wo der Sicherungskasten ist und Entscheidungen treffen darf. Ohne diese Person verliert ein Drehtag schnell eine Stunde.
Die Beteiligten informieren. Nicht am Morgen des Drehs. Wer eine Woche vorher weiss, dass er gefilmt wird, ist vor der Kamera deutlich lockerer.
Kleidung abstimmen. Keine engen Streifen, keine grossen Logos anderer Marken, keine Farben, die mit dem Hintergrund verschwimmen. Ein Ersatzoberteil dabeizuhaben, schadet nie.
Laute Nachbarn klären. Baustelle, Rasenmäher, Lüftung, Kaffeevollautomat. Ton lässt sich später nicht reparieren, Bild schon.
Etwa zehn Stunden inklusive Auf- und Abbau, davon vier bis fünf Stunden reine Drehzeit. Kürzere Tage sind möglich, sparen aber weniger Geld, als man denkt, weil Aufbau und Abbau gleich bleiben.
Bei einem Interviewdreh drei bis vier: Kamera, Licht, Ton und Regie. Bei einer inszenierten Szene mit Darstellern kommen Aufnahmeleitung, Maske und Setdesign dazu, dann werden es sechs bis acht.
Nein. Wir brauchen eine erreichbare Ansprechperson und die Beteiligten zu ihren Zeitfenstern. Den Rest machen wir allein.
Wir priorisieren vorher. Im Drehplan steht, welche Aufnahmen den Film tragen und welche schön wären. Wenn es eng wird, fällt zuerst das Schöne weg, nie das Tragende.
Nicht am Drehtag. Rohmaterial sieht immer enttäuschend aus, weil Farbe, Ton und Schnitt fehlen. Die erste Schnittfassung kommt nach der Postproduktion, und dann sind bis zu drei Korrekturschleifen drin.
Nach dem Dreh beginnt der Teil, den man am wenigsten sieht und am meisten unterschätzt. Was Schnitt, Farbe und Ton kosten, steht in Was kostet eine Filmproduktion?. Wenn ihr aus einem Drehtag gleich mehrere Videos herausholen wollt, lest Content Day.
Beispiele findet ihr unter Imagefilm, Werbefilm und Portfolio. Oder ihr schreibt uns direkt über das Anfrage-Formular.